NELLIE NASHORN

EIGEN PRODUKTIONEN 2012

Junges Theater Nellie Nashorn
Les Hippopotames

Brüno

Regie: Birgit Vaith & Nicolas Turon

Brüno

 
 
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Zum Stück

Manchmal beginnt der Tag - und man kann sich nicht darauf freuen - und es wird immer schlimmer. Wunderschöne Dinge gehen an dir vorbei, aber du siehst nur die Schlimmen.
Und manchmal beginnt der Tag auch mit schönen Dingen - wie ein Tag mit vielen Farben.
Manchmal scheint es so, als wenn der Tag so enden würde wie der Tag angefangen hat.
Aber dann hörst du plötzlich eine Musik, die auf dich gewartet hat.
Eine Musik, genau so wie du sie dir vorgestellt hast.“

„Des fois le jour commence sans rien de beau autour de soi. Et puis les choses s'empirent. Des choses magnifiques passent sous tes yeux mais toi tu ne vois que les choses horribles.
Et puis, des fois, le jour commence avec de jolies choses. Comme un jour avec beaucoup de couleurs.
Et quand ce jour va se terminer comme il a commencé, tu entends soudain une musique qui semblait t'attendre.
Une musique juste comme tu t'imaginais qu'elle devait etre.“

Brüno est un garçon de quinze ans, qui vit en musique et en couleur, dans son univers particulier. En choisissant de lui donner la parole, c’est de l‘adolescence et du conformisme que parlent le JTNN et les hippopotames, pour leur quatrième création.

Brüno ist ein fünfzehnjähriger Junge, der mit seiner Musik und seinen Farben in einer ganz eigenen Welt lebt.
Das Junge Theater Nellie Nashorn und Les Hippopotames erzählen in ihrer vierten gemeinsamen Theaterproduktion über die Schwierigkeiten eines Jugendlichen in der Pubertät und den daraus wachsenden Schwierigkeiten.
Sein Anderssein macht ihn zum Außenseiter. Die Eltern reagieren mit Überbehütung, die Umwelt mit Ablehnung.


 

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Presse

 
Die Oberbadische vom 15.9.12

Ein Stück vom Anders-sein

Deutsch-französische Coproduktion „Brüno“ feierte Deutschlandpremiere im SAK

Von Sara Berg

Lörrach. Ein Stück über den schwierigen Weg des Erwachsenwerdens, aber vor allem vom Anders-sein: "Brüno", die vierte Coproduktion des Jungen Theaters Nellie Nashorn und der Lothringer Gruppe Les Hippopotames, feierte am Donnerstag Deutschland-Premiere im Alten Wasserwerk Lörrach.

Brüno ist anders. Seine Welt, in die er den Zuschauer immer wieder für kurze Zeit Einblicke erhaschen lässt, kreist um Musik und Farben. Seine Andersartigkeit macht ihn zum Außenseiter, während die Erwartungen der Gesellschaft auf ihn einströmen und scheinbar keine Ausflucht dulden.

"Es ist, als wäre die Welt eine verrückt gewordene Maschine", erklärt Brüno, während er auf eine Veränderung wartet, darauf hofft, von Gleichaltrigen akzeptiert statt verspottet zu werden - doch "die schönen Dinge" laufen einfach an ihm vorbei. Seine Andersartigkeit macht Brüno jedoch auch zu etwas ganz Besonderem. In der grauen Hektik des Alltags um ihn herum lässt eine kleine freundliche Geste seine ganze Welt erstrahlen.

Erst der Tod eines freundlichen Menschen ändert schließlich alles: Brüno beginnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Über die Musik, die bislang die markante Trennlinie zu den Anderen markierte, gewinnt er Zugang zu Gleichaltrigen " und am Schluss laufen die schönen Dinge nicht mehr an ihm vorbei. Das Warten hat ein Ende.

Zwei Holzboxen, ein ausrangierter, umfunktionierter Kühlschrank, ein Luftballon, einige Vinylplatten und natürlich Musik: Mehr bedarf es nicht, damit sich Brünos Geschichte in die Herzen des Publikums schleicht.

Bereits die Uraufführung im Juni in Frankreich begeisterte, nun ist auch das deutsche Publikum überzeugt: Alle Nervosität vor dem großen Auftritt im Alten Wasserwerk Lörrach war unbegründet. In ständig wechselnden " und dennoch überzeugenden " Rollen, machen das Junge Theater Nellie Nashorn und Les Hippopotames mit ihrem deutschfranzösischen Stück klar: Jeder fühlt sich einmal als der "Brüno", wird ausgegrenzt, weil er anders ist. Aber es ist nie zu spät, diesem Schicksal zu entrinnen und einen neuen Weg einzuschlagen.

 

BZ vom 15.09.2012

Eindringliche Bilder für Gefühle

Deutsch-französische Theatergruppe berührt mit "Brüno"

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Am Donnerstagabend ließen sich im Alten Wasserwerk die Zuschauer der Deutschlandpremiere von "Brüno" beeindrucken und berühren. In ihrer vierten gemeinsamen Eigenproduktion zeigten Les Hippopotames, eine Gruppe junger Schauspieler aus verschiedenen Ateliers des französischen Regisseurs Nicolas Turon in Lothringen, und unter Leitung von Birgit Vaith das Junge Theater (noch) Nellie Nashorn, unter dessen Dach sie erdacht und einstudiert wurde, gewohnt starkes visuelles, authentisches Theater. Erstmals spielte auch die Sprache eine gewichtige Rolle — und zwar mal Deutsch, mal Französisch.

Was wird an diesem Tag über Brüno hereinbrechen, den fünfzehnjährigen Jungen, der in einer ganz eigenen Welt lebt? Sein Anderssein, das wird relativ schnell klar, macht ihn zum Außenseiter und Objekt der Sensation. Wieso das so ist, weiß man als Zuschauer nicht so genau. Vielleicht hat er ein Handicap, ist etwa autistisch veranlagt, vielleicht erwachsen Brünos Schwierigkeiten aber auch bloß der Tatsache, dass er ein in der Entwicklung stehender, pubertierender Jugendlicher ist. Eine Zeitspanne des Lebens also, in der die meisten französischen und deutschen Spielerinnen und Spieler selbst noch stecken.

Für Brüno scheint die Welt oft wie eine verrückt gewordene Maschine. Einzig an den blauen Regentagen fühlt sich für ihn alles gut an und er kann die Musik hören, die genau so ist, wir er sie sich vorgestellt hat, auch wenn die Menschen unfreundlich zu ihm sind. Und das sind sie meistens. Ihre Ablehnung artikulieren sie mit Schimpfworten wie "Mongo! Débile" . Die Eltern reagieren auf Brüno mit Überbehütung. Sie reden ihm ein, was wichtig ist im Leben und tätscheln unbeholfen an ihm rum. Wird Brüno es schaffen, das Denken und Handeln seiner Mitmenschen zu verändern?

In einer Art Reigen schlüpften die Spielerinnen und Spieler in die Rolle von Brüno und seinen Eltern und wieder hinaus. Sie entwickelten die einzelnen Situationen zwischen drei Möbelstücken und mit Schallplatten als einzigem Hilfsmittel zur Visualisierung mit einer Langsamkeit, welche die vergehende Zeit beinahe stillstehen ließ. In starken, überaus intensiven Bildern loteten sie Brünos Traurigkeit und Melancholie aus, die den Jungen schöne Dinge gar nicht erst sehen ließen. Und doch, das spürte man immer latent, ließen eben diese dunklen Tage ihn auch Hoffnung und Glück erahnen und empfinden. "Manchmal baut sich die Welt um dich herum auf und alle sind für dich da" , erkennt er, "alles bekommt einen Sinn, weil du ihm einen Sinn gibst und du plötzlich weißt, wer du bist."

 
 
Fotogalerie

Probe am 12.9.2012 im Alten Wasserwerk Lörrach

 

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Fotos: Thomas Quartier

 
Es spielen / Avec:
 
Julien Combelles Charlotte Oehler
Paula Grzesiek Julia Gerhardt
Luca Manfredi Hannah Sieper
Luc Guillaume Thibault Godfrin
Léa Roncalli Zoé Dechavassine
Antolin Prette Marisa Pereira
Camille Pinto Lise Affoun
   
   
Regie Birgit Vaith & Nicolas Turon
Texte Nicolas Turon
(l’incipit est une adaptation libre de l’album The Red Tree de Shaun Tan / Text: freie Bearbeitung nach dem Buch “Der rote Baum“ von Shaun Tan).
   
Décor Sébastien Servais
Plakatdesign Paula Grzesiek
Plakat/Flyer Andrea Schaller

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem Scala Kostümverleih, Autohaus Schultheiß - Toyota und dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg

 

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Impressum