NELLIE NASHORN

EIGEN PRODUKTIONEN 2007

Junges Theater Nellie Nashorn

Winner und Loser nach Lutz Hübner
Regie: Birgit Vaith

 

 

 
 
 > Zur Gruppe
 
 > Zum Stück
 
 > Presse
 
 > Fotogalerie
 
 > Personen und ihre Darsteller
 
 
 
Zur Gruppe

Das Junge Theater Nellie Nashorn unter der Leitung von Birgit Vaith besteht seit 2003. Es entstand aus dem Kindertheater Nellie Nashorn, dem die jungen Schauspieler (15 -18 Jahre) mittlerweile entwachsen waren. Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich und an mehreren Wochenenden, um sich intensiv mit dem "Theaterspielen" auseinander zu setzen. Das Junge Theater Nellie Nashorn war mit seinen Theaterstücken beim "Internationalen Theatertreff" in Lörrach, bei den "Göppinger Theatertagen" und bei den "Theatertagen am See" in Friedrichshafen.

Im Jahr 2006 wurde mit der französischen Jugendtheatergruppe "Les Hippopotames" in einer Gemeinschaftsproduktion das Theaterstück "Paris 1900" inszeniert. Eine weitere Koproduktion beginnt im November 2007.
 

^

 
 
Zum Stück

Andy ist in Marie verliebt. Schon ewig. Um sie endlich kennen zu lernen, nutzt er das sturmfreie Haus der Eltern
für eine Party, bei der er nichts dem Zufall überlassen will. Aber natürlich kommt erstens alles anders und zweitens als man denkt. Mit dem Erscheinen einer Unbekannten vor der Tür mischt sich die Reallife-Soap erstmal richtig auf...

Zwischen dem anfangs liebevoll dekorierten Büffet in der Küche und den rauchenden Trümmern am nächsten Morgen liegt für die jugendlichen Protagonisten viel mehr als nur eine harmlose Feier. Freundschaften krachen, Paare finden sich, der eine kommt ganz groß raus, der andere blamiert sich bis auf die Knochen.

Wilde Party-Geschichten gehören zu den großen Mythen des jugendlichen Alltags. Mit siebzehn ist nichts locker, alles ist tragisch, alles ist pathetisch, alles endgültig. Lutz Hübner fängt in WINNER LOOSER das Grundgefühl des Lebens mit siebzehn ein.
 

^

 
 

Presse

Badische Zeitung vom Freitag, 18. Mai 2007 

Zertrümmertes Mobiliar, zerbröselnde Fassaden 

Das Junge Theater Nellie Nashorn spielt "Winner & Loser"

LÖRRACH. Fünf Jugendliche sitzen an einem Tisch und erklären abwechselnd, wie es bei ihrer privaten Fete zu einem immensen Sachschaden kommen konnte. In herablassendem, manchmal großspurigem Ton verkaufen sie das Geschehen und lassen die Zuschauer glauben, sie hätten eine wilde Party mit viel Alkohol und einer Masse von Gästen gefeiert. Man ahnt freilich schon jetzt hinter der selbstbewussten Fassade Verlegenheit, Unsicherheit und unbewältigte Emotionen, bildlich verdeutlicht dadurch, dass ihre Mikrophone Kuscheltierchen sind. "Bullen anrufen ging nicht, sonst hätte es Tote gegeben" , sagt Marie und würgt dabei, ohne es zu merken, ihren Löwen.

Was wirklich passiert ist, versuchen die Fünf zu vertuschen. Die wilde Party war nämlich eine kleine Fete mit gerade mal sechs Personen und zu der Eskalation führten die Beziehungen zwischen den Protagonisten. Wie die sich in den Stunden zwischen dem liebevoll dekorierten Büfett und den Trümmern am nächsten Morgen veränderten, zeigt die neue Inszenierung "Winner & Loser" des Jungen Theaters Nellie Nashorn unter Regie von Birgit Vaith nach einem Stück von Lutz Hübner in einer Rückschau.


Worauf kommt es im Leben an? Auf Schönheit, innere Werte? Was ist cool, was uncool? Diese Fragen treiben alle Siebzehnjährigen um, auch Andy und Julian. Seit Kindertagen verbindet die beiden eine Freundschaft, die viel ausgehalten hat. Auf der Fete zerbricht sie. Andy, der die Party ausrichtet, weil er in Marie verliebt ist, wird vom 15-jährigen Philip Honold sehr authentisch gespielt. Er gibt den Unsicheren, der noch nie mit Mädchen zu tun hatte. Wie soll er sich ihr offenbaren, fragt er Julian. Der ist Andys Berater, und außer Nachwuchs und Krieg hat er schon alles erlebt. So verkauft er es zumindest. Während Andy sich als Student und später im Bundespresseamt sieht, reflektiert Julian seine Möglichkeiten: Wird er als Schrecken von Lörrach enden, der "Massegrab, Massegrab, Hure Babylons" schreiend seinen Frust herauslässt? Wird er Soldat und im Gefecht fallend das ultimative Poster für Kleinmädchenzimmer abgeben? Lukas Löffler glänzt in der Rolle dieses vermeintlich so Obercoolen, der am Ende total ausflippt und das Mobiliar zusammenschlägt.

Sven lässt dagegen keine eigene Identität erkennen. Auf der Suche nach sich selbst verliert er sich zwischen Figuren aus dem Internet, zwischen DJ Spooky und Modell Jennifer. Diese Jungenrolle ist für Miriam Zastrow eine Herausforderung, die sie gut meistert. In einer typischen Geschwisterbeziehung zerreiben sich die große Schwester Marie (Anette Honold) und die kleine, pummelige Annika (Magdalena Vaith) zwischen Hass und Liebe. Zuletzt erscheint auf eine Einladung per Radio hin eine Unbekannte (Lis Volkmer) und mischt die Karten zwischen Männlein und Weiblein, Gewinnern und Verlierern neu.

Allen Spielern gelingt es, die Ecken und Kanten ihrer Figuren herauszuarbeiten. Damit der teilweise brisante Stoff nicht im Klischeehaften verbleibt, brechen sie ihr Spiel zum Vergnügen des Publikums immer wieder mit komischen Elementen. Am Ende der Premier gab's verdienten frenetischen Beifall.

Barbara Ruda


BZ vom 12.05.2007

Party mit Liebe und Konflikten bei "Winner & Loser"

Die jugendlichen Schauspieler des Jungen Theaters Nellie Nashorn zeigen das Leben mit 17 / Premiere am 16. Mai

LÖRRACH. Für seine neue Inszenierung hat sich das Junge Theater Nellie Nashorn ein Stück von Drehbuchautor Lutz Hübner ausgesucht. "Sonst haben wir ja nie fertige Sachen genommen" , erklärt Regisseurin und Theaterpädagogin Birgit Vaith, "aber Winner & Loser hat schnell zu der Gruppe gepasst - wegen des Alters und der Anzahl der Rollen." So beließ man es beim Originaltext - mit einigen Veränderungen in den Örtlichkeiten. Aus Hamburg wurde eben Lörrach.

Nachdem zwei Spieler aufgrund von Abiturvorbereitungen ausgeschieden sind, spielen nunmehr zwei Jungen und vier Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Und weil von den Spielern auch noch zwei mitten im Abitur stecken, steht das Stück eine Woche vor der Premiere noch nicht ganz. Ein intensives Probewochenende steht der Gruppe also bevor.

Inspiriert durch die Zeitungsmeldung "30 000 Euro Sachschaden nach Jugendfete" hat Lutz Hübner in "Winner & Loser" das Grundgefühl des Lebens mit siebzehn eingefangen. Fünf Leute, die bei der Fete dabei waren, verkaufen das, was geschehen ist, als übliche Wilde-Party-Geschichte, die zu den großen Mythen des jugendlichen Alltags gehören: Eine Party in sturmfreier Bude mit zig Gästen ist außer Kontrolle geraten. In der Rückblende erfährt das Publikum nach und nach, was sich zwischen den Jugendlichen wirklich abgespielt hat, erhält also Einblick in das, was sonst im Hintergrund bleibt.

Da ist zum einen die Geschichte einer innigen Jungen-Freundschaft zwischen Andy (Philipp Honold) und Julian (Lukas Löffler), die zwischen Quatsch und ernsthaften Gesprächen ganz viel ausgehalten hat, aber bei der Fete zerbricht - weil Andy verliebt ist in die schöne Marie (Anette Honold) und weil Julian verschweigt, dass er schon mal etwas mit ihr hatte. Ein bisschen außen vor ist Sven, ein Typ, der auf der Suche nach einer Identität ist und sich zwischen verschiedenen Figuren verliert. Diese interessante Jungenrolle wurde mit einem Mädchen besetzt, was eine besondere Herausforderung für Miriam Zastrow bedeutet. Weiter gibt es eine typische Geschwistergeschichte, in der die Ältere, Marie, immer auf die jüngere, pummelige Annika (Magdalena Vaith) aufpassen muss. Und dann kommt noch eine Unbekannte ins Spiel (Lis Volkmar), die die Reallife-Soap erstmal richtig aufmischt.

Spannend ist, wie die Beziehungen in "Winner & Loser" gestrickt sind, was sie aushalten und wie sie sich auf einer Party verändern. Jeder Jugendliche ist mal Gewinner, mal Verlierer - das verändert sich im Laufe des Stücks immer wieder. Die Spieler während der Probezeit versuchen, Brücken zu bauen, damit sie nicht im Klischee verhaften bleiben, beispielsweise mit einem komischen Tanz, der die Fetentanzerei persifliert. Sie haben außerdem passende Partymusik herausgesucht und sich dabei an dem orientiert, was gerade angesagt ist.

Barbara Ruda  




^

 
 
Fotogalerie

 

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

Fotos: Thomas Quartier  

^

Personen und ihre Darsteller
 
Marie Anette Honold
Andy Philip Honold
Julian Lukas Löffler
Annika Magdalena Vaith
Unbekannte, Emma Lis Volkmer
Sven Mirijam Zastrow
   
Regie Birgit Vaith
   
Licht & Tontechnik Florian Porsche
Plakat und Programm Lukas Löffler
   

^

Impressum

webmaster@junges-theater.eu