NELLIE NASHORN

EIGEN PRODUKTIONEN 2009

Junges Theater Nellie Nashorn

BELLEVILLE
Regie: Birgit Vaith

 
 
 > Zur Gruppe
 
 > Zum Stück
 
 > Presse
 
 > Fotogalerie
 
 > Es spielen
 
 
 
Zur Gruppe

Das Junge Theater Nellie Nashorn unter der Leitung von Birgit Vaith besteht seit 2003. Es entstand aus dem Kindertheater Nellie Nashorn, dem die jungen Schauspieler (15 -18 Jahre) mittlerweile entwachsen waren. Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich und an mehreren Wochenenden, um sich intensiv mit dem "Theaterspielen" auseinander zu setzen. Das Junge Theater Nellie Nashorn war mit seinen Theaterstücken beim "Internationalen Theatertreff" in Lörrach, bei den "Göppinger Theatertagen" und bei den "Theatertagen am See" in Friedrichshafen.
Im Jahr 2006 wurde mit der französischen Jugendtheatergruppe "Les Hippopotames" in einer Gemeinschaftsproduktion das Theaterstück "Paris 1900" inszeniert. Eine weitere Koproduktion "Die Grenze" hatte im Mai 2008 Premiere.


 

^

 
 
Zum Stück

Madame Souza trainiert mit ungewöhnlichen Mitteln ihren radsportbesessenen Enkel Champion. Als er endlich an der Tour de France teilnimmt, wird er von der französischen Mafia gekidnappt. Madame Souza und Hund Bruno verfolgen die Gangster über den Ozean. Dank Brunos Spürsinn und der Hilfe der singenden „Triplettes“ kommt Madame Souza der französischen Rotwein- Mafia, die mit entführten Radprofis ein teuflisches Spiel betreibt, auf die Spur.
Liebenswerte skurrile Figuren sind die Helden dieses grotesken Theaterstückes, das mit überraschenden Musikeinlagen (Michael Schwiening) bereichert wird.

^

 
 

Presse

BZ vom 24.03.2009

Leidenschaft auf zwei Rädern

Junges Theater Nellie Nashorn Lörrach feierte Premiere mit dem Stück "Belleville"

Um eine typisch französische Leidenschaft dreht sich das neue Stück "Belleville" des Jungen Theaters Nellie Nashorn, das am Wochenende im Nellie Nashorn in Lörrach Premiere feierte: das Radfahren. Nachdem es die beiden Protagonisten, den Waisenjungen Champion und seine Großmutter Madame Souza erst mal in eine der wilden Shows der 30er Jahre mit den Triplettes, Fred Astaire und Josephine Baker verschlagen hat, erlebt der Zuschauer mit, wie die wahre Leidenschaft des pummeligen Jungen ein Drahtesel wird, den ihm seine Großmutter schenkt. Die Methoden, mit dem sie Champion das Fahrradfahren trainieren lässt, sind wahrlich außergewöhnlich. Den ganzen Rest der Inszenierung strampelt sich Champion, herrlich angestrengt gespielt von Jonas Huth, schließlich ab - zuerst bei der Tour de France, wo er auf einer Bergetappe von der französischen Rotwein-Mafia gekidnappt wird, und danach als deren Radrenn-Knecht in Belleville.

Diese amerikanische Stadt steht sehr im Kontrast zu dem anfänglich dargestellten, beschaulichen Leben von Champion und Madame Souza in Frankreich. Die Szene entwickelt sich ganz langsam, und doch geht es in wahrlich spektakulären Tempo und sehr rhythmisch durch das Stück. Wenn die Spieler hinter der Kulisse verschwinden, tauchen sie kurze Zeit später so oder in einer anderen Rolle wieder auf. Jede Kleinigkeit ist wichtig für das Gesamtbild und wird von den Jugendlichen ausgespielt, beispielsweise wie die Großmutter den Jungen mit Haushaltsgeräten massiert oder wie sie abends Stück für Stück die Wohnung Zimmer aufräumt. Maren Hätty agiert köstlich betulich mit spitzem Mund und roten Backen. Eine detailreiche Welt mit differenzierten Figuren und vielerlei Anspielungen auf Nationalitätenklischees (beispielsweise ernähren sich die Triplettes ausschließlich von Fröschen) entwickeln die jungen Spielerinnen und Spieler auf der Bühne - und das so gut wie ohne Worte. So schweigsam wie Champion und Madame Souza sind nämlich auch die anderen Figuren des Stücks - einmal abgesehen von dem Hund Bruno (hervorragend dargestellt von Philip Honold), der mit seinem neurotischen Kläffen, seinem Winseln und Heulen die größte "Sprecherrolle" innehat.

Mit den karikaturenhaft überzeichneten, unkonventionellen Charakteren - alle im Seniorenalter, mit Slapstick und jeder Menge visuellen Komponenten, mit viel Musik von Michael Schwiening, mit Stabpuppenspiel und irrwitzigen bis poetischen Einfällen geht die zweitälteste Gruppe des Jungen Theater Nellie Nashorn unter Regie von Birgit Vaith zwar nicht komplett neue Wege, aber dass sie ein ganzes Stück so körperbetont inszeniert, ist doch eine Premiere - eine sehr gelungene. Auch Mathilde Leibfried, Swenja Müller, Kirstin Quartier sowie Judith Werner tragen mit ihrem komischen Spiel dazu bei, dass die Stimmung der Vorlage (der Zeichentrickfilm von Sylvain Chomet) treffsicher auf die Bühne transponiert wird als Comic mit Darstellern aus Fleisch und Blut.


Barbara Ruda


Die Oberbadische vom 23.3.09

Im Kampf gegen die Rotwein-Mafia

"Belleville": Das Junge Theater Nellie Nashorn brilliert mit einer actionreichen Kriminalgroteske

Von Jörg Bertsch

Lörrach. Skurriler Witz und ein unglaubliches Tempo beherrschen die Bühne im Nellie Nashorn, wenn das hauseigene Junge Theater mit seiner neuesten Produktion „Belleville“ über die Bretter fegt.

Dabei fängt alles eher depressiv an: Der Knabe Champion (Jonas Huth) ist himmeltraurig, und man weiß nicht recht, warum. Aber seine Großmutter Madame Souza (Maren Hätty) holt ihn da raus, indem sie dem radsportbegeisterten Jungen ein Velo schenkt und ihn mit ungewöhnlichen Methoden zum Radprofi trainiert. Immer dabei ist auch der neurotische Hund Bruno (von Philip Honold mit Handpuppe und lebhafter Mimik und kräftig bellend dargestellt).


Champion erreicht sein Ziel, die Teilnahme an der Tour de France, wird dort aber von der französischen Rotwein-Mafia gekidnappt und über den großen Teich in die Stadt Belleville entführt, wo er als Radfahrsklave dienen muss. Oma Souza und Bruno folgen im Paddelboot. Sie treffen auf Les Triplettes (Swenja Müller, Mathilde Leibfried und Kirstin Quartier) und verbünden sich mit den drei Showsternchen gegen die Mafia.

Nach vielen Verwicklungen und einer wilden Verfolgungsjagd werden die Gangster besiegt und der gefangene Champion befreit.

Eine ganz schräge Story ist das, basierend auf dem preisgekrönten französischen Zeichentrickfilm „Les Triplettes de Belleville“ aus dem Jahr 2003 (was auf dem Programm allerdings nirgends mitgeteilt wird), und sie ist von Birgit Vaith actionreich und mit vielen skurrilen Regieeinfällen inszeniert. Judith Werner wirkt vor der Bühne in kleineren Rollen und hinter der Mittelkulisse als virtuose Puppenspielerin mit.

Das Stück kommt fast ohne Worte aus, dafür gibt es viel Musik. Meisterhaft Michael Schwiening, der vor der Bühne einen Stressjob schiebt, denn er ist fast nonstop mit Gitarre, Mundharmonika und Maultrommel zugange.

Wundervoll verschroben die zielstrebige Oma Souza mit ihren roten Backen, ein Bild für die Götter, gar noch wenn sie den Velohelm aufhat. Immer gekonnt herzzerreißend angestrengt der arme Champion. Charmant mit Hüftschwung beim Cabaret-Auftritt - oder schön brutal bei den Entführungsszenen - die Triplettes/Mafiosi-Darstellerinnen. Perfekt das Puppenspiel. Köstlich der Auftritt des begeisterten Tour de France-Publikums. Und immer wieder dieser Hund Bruno, der jedes Mal fast einen Herzkasper kriegt, wenn ein (Puppenspiel-)Zug vorbeifährt.


Und eben so bewundernswert wie die schauspielerischen Leistungen sind die Präzision und das atemberaubende Tempo, mit dem die Akteurinnen und Akteure sich unzählige Male von einer Rolle in die andere und wieder zurück verwandeln. Chapeau!


Die Oberbadische vom 18.3.09

Vier alte Damen rüsten auf

Junges Theater Nellie Nashorn feiert Premiere mit „Belleville“ / Programm zum 10. Geburtstag

Lörrach. Das Junge Theater Nellie Nashorn zeigt am Freitag, 20. März, um 20 Uhr die Premiere des Stücks „Belleville“.

Die Story: Die Leidenschaft für das Radfahren hat Champion endlich aus seiner Lethargie gerissen. Er lebt für nichts anderes mehr und startet schließlich sogar bei der Tour de France. Als Champion entführt wird, nimmt seine Oma gemeinsam mit ihrem treuen, viel zu dick geratenen Hund die Verfolgung auf. Ihre Suche führt sie nach Belleville, einem Moloch aus Schwindel erregenden Hochhäusern. Dort trifft die gehbehinderte Oma auf drei heruntergekommene alte Damen, und gemeinsam rüsten diese auf, um Champions Entführern das Handwerk zu legen...
[…]

Das mittlerweile weit über Lörrachs Stadtgrenzen hinaus bekannte Junge Theater Nellie Nashorn feiert in diesem Sommer seinen zehnten Geburtstag. Zusammen mit ihrer Regisseurin und Gründerin Birgit Vaith werden die rund 50 jungen Schauspieler und Schauspieler vom 2. bis 12. Juli im Nellie Nashorn ein Jubiläumsprogramm auf die Beine stellen. Seit der ersten Premiere 1999 begann die Gruppe zu wachsen. Mittlerweile machen in vier Theatergruppen rund 50 Kinder und Jungendliche zwischen zehn und 20 Jahren mit großer Spielfreude im Nellie Nashorn ambitioniertes Kinderund Jugendtheater. Die Kindertheatergruppen inszenieren Bilderbuchgeschichten, Kinderbücher oder Märchen. Dem Jungen Theater dienen Jugendthemen oder Romanvorlagen als Grundlagen für ihre ambitionierten Theaterinszenierungen.


BZ vom 18.03.2009

Jacques Tati lässt grüßen

Das Junge Theater Nellie Nashorn inszeniert die absurde Komödie "Belleville" / Freitag Premiere

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Am Freitag feiert das Junge Theater Nellie Nashorn Premiere mit "Belleville" . Den Impuls zu diesem Stück und gleichzeitig die Vorlage lieferte der zweifach für den Oskar nominierte Trickfilm "Das große Rennen von Belleville" des französischen Regisseurs Sylvain Chomet aus dem Jahr 2003.

Die stark visuelle Komponente des Films, die man beim Theater ja braucht, hatte die Spieler der zweitältesten Gruppe unter dem Dach des soziokulturellen Zentrums wie auch Regisseurin Birgit Vaith sehr angesprochen. In dieser absurden Komödie mit einem Schuss abgefahrenem Humor trainiert Madame Souza mit ungewöhnlichen Mitteln ihren radsportbesessenen Enkel Champion, bis er an der Tour de France teilnehmen kann. Als er von der französischen Mafia gekidnappt wird, verfolgt Madame Souza die Gangster mit ihrem Hund Bruno vom beschaulichen Frankreich aus über den Ozean nach Belleville in Amerika - eine Mischung aus New York und San Francisco. Dank Brunos Spürsinn und der Hilfe der singenden "Triplettes" kommt sie ihnen auf die Spur.

Liebenswerte, skurrile Figuren sind also die Helden dieser Inszenierung, und immer wieder finden sich darin Anspielungen auf wirkliche Bühnenheroen aus Frankreich und Amerika, etwa Josephine Baker, Django Reinhardt oder Fred Astaire. Wie in der Filmvorlage werden im gesamten Stück nur etwa zehn Sätze gesprochen. Dafür steckt viel körperbetonte Slapstick-Komik à la Jacques Tati drin, und die Kulisse ist dieses Mal auch viel aufwändiger geraten, als man es von der jungen Theatergruppe gewohnt ist. Sogar große Stabpuppen hat das Ensemble gebaut, die im Laufe der Geschichte hie und da helfen, das Geschehen auf der Bühne zu überzeichnen.

Natürlich fällt der Musik in "Belleville" eine gewichtige Rolle zu. Michael Schwiening spielt sie live vor der Bühne auf diversen Instrumenten, aber auch ein Ghettoblaster und ein Staubsauger kommen zum Einsatz. Maren Hätty, Philip Honold, Jonas Huth, Mathilde Leibfried, Swenja Müller, Kirstin Quartier und Judith Werner schlüpfen nach einem ausgeklügelten Plan in die unterschiedlichsten Rollen und führen auch die Stabpuppen. Das ist eine echte Herausforderung und verlangt ihnen ihr ganzes, in den vielen Jahren, die sie alle beim Jungen Theater Nellie Nashorn dabei sind, erlangtes Können ab. […]

 

^^

 
 
Fotogalerie

 

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^


Generalprobe am 19. März 2009
 

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

Fotos: Thomas Quartier

^

Es spielen:
 
Maren Hätty (Madame Souza) Philip Honold (Bruno u.a.)
Jonas Huth (Champion) Mathilde Leibfried (Triplette u.a.)
Swenja Müller (Triplette u.a.) Kirstin Quartier (Triplette u.a.)
Judith Werner (Puppenspiel u.a.)  
   
Regie Birgit Vaith
   
Musik Michael Schwiening
   
Lichttechnik Florian Porsche
Kostüme & Hund Bruno Madlen Honold
Kulisse Benjamin Riebl, Augusta Warskulat
Plakat und Programm Lukas Löffler
   

^

Impressum

webmaster@junges-theater.eu