NELLIE NASHORN

EIGEN PRODUKTIONEN 2011

Junges Theater Nellie Nashorn

Da ist ein Junge im Mädchenklo

Regie: Birgit Vaith

 
 
 > Zum Stück
 
 > Presse
 
 > Fotogalerie
 
 > Es spielen
 
 
 
Zum Stück

Bühne frei für Alex Schneider! Ein Anti-Held der Spitzenklasse – denn in der Schule nimmt Alex auf der „Allgemeinen-Unbeliebtheits-Skala“ den unangefochtenen ersten Platz ein, weshalb er auch alleine und isoliert in der letzten Reihe sitzt. Doch das ist Alex egal, denn „alle anderen sind Idioten“ und überhaupt: Freunde, wozu? Die hat er längst gefunden – im Kreise seiner Miniaturen und Stofftiere. Dort ist er der Held, dort wird er gefeiert, dort steht er im Mittelpunkt. Ganz schön seltsam, ein Junge, der mit Stofftieren spricht, sonst aber niemanden an sich heran lässt! Erst als eine Psychologin an seine Schule kommt, gerät sein Weltbild ins Wanken. Eine zärtliche Parabel um das „Anders-Sein“, das Lernen von Kollegialität und nicht zuletzt die Sehnsucht, geliebt zu werden.

Alter für Menschen ab 10 Jahren


^

 
 

Presse

 
BZ vom 25.01.2011

Vom letzten Platz in die Gemeinschaft

Junges Theater Nellie Nashorn spielt "Da ist ein Junge im Mädchenklo" / Neue Spieler integriert

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Alex Schneider bastelt Totenköpfe, provoziert und verhält sich Mitschülern gegenüber unnahbar und aggressiv. Alex spielt Krieg und wird deshalb in der Schule gemobbt. Der Außenseiter sitzt denn auch isoliert von den anderen ganz hinten: "Letzte Reihe, letzter Platz" , wie es im Titel des Buches von Louis Sachar heißt, das dem Jungen Theater Nellie Nashorn die Idee zu seiner neusten Inszenierung "Da ist ein Junge im Mädchenklo" gab. Am Samstag erlebte es unter Regie von Birgit Vaith seine Premiere.

Das Publikum erlebt einen Jungen, der nicht bloß unausstehlich ist, so erpresst er von Sara, der Neuen, die nichts dagegen hat, neben Alex zu sitzen, und sich ihm sogar freundschaftlich zuwenden möchte, Geld oder erschreckt die Mitschülerinnen auf dem Mädchenklo. Der Junge ist auch einsam und unsicher. Allein in seiner von Stofftieren bevölkerten und von Macht- und Gewaltfantasien beherrschten Traumwelt, in die er immer wieder flüchtet, ist er der Herr und der Held.

Birgit Vaiths Ensemble ist es über Improvisationen gelungen die passenden theatralischen Mittel zu finden, um diese Ambivalenz darzustellen. Die Regisseurin hat schließlich daraus ein Theaterstück geschrieben. Die Spielerinnen und Spieler wechseln darin oftmals zwischen den beiden Welten hin und her.

Während des Unterrichts frieren alle außer Alex in Bewegung und Mimik ein, dessen Gedanken das Bühnengeschehen nun alleine bestimmen. Oder aber die Akteure schlüpfen in Windeseile in die jeweils anderen Kostüme und Rollen, wozu jedes Mal das Licht rot und gedämpft und ein bestimmtes Lied eingespielt wird.

Als eine Psychologin an die Schule kommt, die unvoreingenommen auf ihn zugeht, findet Alex die Kraft und den Mut, sich seinen Problemen in der Realität zuzuwenden, zu sagen, was er denkt und fühlt, und schließlich als selbstbewussterer Junge den Weg in die Gemeinschaft zu finden.

Die Neuen, die zum Teil aus dem Achtklassspiel der Freien Waldorfschule Lörrach zu dieser Gruppe des JTNN hinzugestoßen sind, haben sich gut eingefügt. Wie das Publikum feststellen konnte, sind Hanna Bretz, Oliver Debatin, Jildou Elgersma, Paul Gayko, Maryam Kuner, Tobias Leibfried, Pia Löwe, Maren Potgeter, Hannah Sieper, Lisa Strickstrock, Nicolas Troeger, Valerie Weiss und Rebecca Wiese bei der Arbeit an dieser Inszenierung zu einer homogenen Gruppe zusammengewachsen. So gab es viel Beifall für die beachtliche schauspielerische Leistung aller in diesem Stück für Kinder und Heranwachsende ab zehn Jahren, das mit der Fragestellung zu Individualität und Anpassung hochaktuell ist.


Die Oberbadische vom 24.1.11

Zwischen Traumwelt und Wirklichkeit

„Junges Theater Nellie Nashorn“ spielt „Da ist ein Junge im Mädchenklo“

Von Ursula König

Lörrach. Warum gibt es Außenseiter? Diese Frage stellt sich im neuen Stück des Jungen Theaters Nellie Nashorn nicht nur der Sonderling Alex Schneider, der von seinen Klassenkameraden offen gemobbt wird. Die neue Inszenierung „Da ist ein Junge im Mädchenklo“, unter der Regie von Birgit Vaith, geht zentral der Frage nach, wie sich gruppendynamische Prozesse hochschaukeln und zu einer Spirale der Aggressivität führen können.

Bis auf den letzten Platz war der Veranstaltungsraum bei der Premiere am Samstag besetzt. Es ist ein beklemmendes Stück, das durch seine authentische Spielweise eine Sogwirkung entfaltet, die immer wieder an das Thema Amoklauf an Schulen denken lässt. Der unbeliebte Mitschüler wird dabei keinesfalls als unschuldiges Opfer dargestellt. Er gibt sich nach außen unnahbar, provokant und zeigt starke aggressive Tendenzen. Niemand will mit ihm zu tun haben. Auch der Klassenlehrer ist mit dieser Situation überfordert.

Fast hilflos wirkt es, wenn er den Jungen in die Kategorie „verhaltenskreativ“ steckt. Aus dieser scheint Alex nicht herausfinden zu können. Warum lassen sich Eltern scheiden? Dies ist eine weitere der vielen Fragen, die er auf einem Blatt festgehalten hat, das für die Schulpsychologin bestimmt ist. Sie schafft es mit viel Geduld, einen Zugang zu dem Jungen zu finden, der immer wieder in eine Traumwelt flüchtet, die beherrscht ist von Macht- und Gewaltfantasien.

Das Stück lebt von der Sprache der jugendlichen Darsteller ebenso wie von der Sprachlosigkeit des Anti- Helden. Und es behandelt auch eine Frage, die im jugendlichen Entwicklungsprozess eine bedeutende Rolle spielt: Inwieweit passe ich mich an und wie sehr kann ich meine Individualität leben?

Die durchweg spannende Inszenierung beeindruckt durch die Ausdruckskraft der jungen Schauspieler, die sich zwischen den beiden Ebenen Realität und Traumwelt bewegen. Mit einfachen und doch höchst wirkungsvollen Mitteln können diese beiden Ebenen blitzschnell gewechselt werden. Wenn Alex beispielsweise im Unterricht in seine Fantasiewelt abdriftet, erstarren seine Mitschüler und nur seine Gedanken sind dann erkennbar. Ein Held möchte er sein und so fühlt er sich, wenn er im Mädchenklo seine Mitschülerinnen erschrecken kann. Der Rückzug eines Außenseiters in seine Fantasiewelt und der gefährliche Zündstoff, der darin steckt, machen das Stück zu einem wertvollen zeitgemäßen Lehrstoff für Menschen ab zehn Jahren.
[…]

Die Oberbadische vom 20.4.11

„Man leidet diese Rolle“

Theaterstück „Da ist ein Junge im Mädchenklo“ beschäftigt sich mit Mobbing

Von Simon Kirsch

Lörrach. Das Theaterstück „Da ist ein Junge im Mädchenklo“ hat allein in den vergangenen vier Tagen mehr als 600 Besucher zum Jungen Theater ins Nellie Nashorn gelockt. Das von Birgit Vaith inszenierte Stück behandelt das Thema Mobbing.

Damit, dass ihn keiner mag, hat sich Alex längst abgefunden. „Alle anderen sind Idioten", findet der Schüler und beschäftigt sich stattdessen mit seinem Stofftier- Imperium. Sein Weltbild wird erst durch das Erscheinen einer Psychologin an seiner Schule ins Wanken gebracht.

Das seit Januar präsentierte Bühnenstück basiert auf dem von Louis Sachar geschriebenen Buch „Brandley, letzte Reihe, letzter Platz“ und bietet nicht nur auf, sondern vor allem „neben“ der Bühne Raum für Diskussionen - und das ist gewollt.

Nach jeder Aufführung wird Publikum und Schauspielern die Möglichkeit gegeben, das Gesehene zu diskutieren. Hierfür besteht bei einem dauerhaft aktuellen Thema wie Mobbing auch Bedarf.

Vor allem die jüngeren Schüler in der Zielgruppe der 5. bis 9. Klasse zeigen sich dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen. Hier sieht Vaith den Ansatzpunkt: „Ich wünsche mir, dass die Eindrücke und die Identifikation präventiv in den Alltag des Publikums aufgenommen werden.“ Das wäre durchaus wünschenswert. Schätzungen über die Zahl der Mobbingopfer in Deutschland belaufen sich auf über eine Millionen Menschen, das sind 2,7 Prozent der Erwerbstätigen.

Der Erfolg ist also nicht nur dem modernen und lebensnahen Stück geschuldet. Sondern auch dem Bedarf, auf dieses Thema einzugehen, gerade an Schulen. Dies erstaunte auch die jungen Schauspieler. Sie wurden durch das intensive Arbeiten an diesem Thema aufmerksamer. Vor allem in der Rolle des gemobbten Alex: „Man leidet diese Rolle“, sagt Darsteller Tobias Leibfried.

Ein Gefühl, für das keiner der Akteure mehr verantwortlich sein will. Sie wollen auch in ihrem Umfeld zukünftig „aus der sicheren Masse" heraustreten, um solchem Verhalten die rote Karte zu zeigen.

Auf die Frage, wie es nach diesem Erfolg weiter geht, heißt es unisono: „Wir sind schon auf der Suche nach etwas neuem.“ Aber: „Da ist ein Junge im Mädchenklo“ soll weiterhin im Repertoire bleiben.


BZ vom 20.04.2011

Plädoyer für einen Perspektivwechsel

Große Resonanz auf das aktuelle Stück des Jungen Theater Nellie Nashorn / Thema "Mobbing" wurde authentisch dramatisiert

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Mobbing, Ausgrenzung und Anderssein spielen im aktuellen Stück des Jungen Theater Nellie Nashorn "Da ist ein Junge im Mädchenklo" eine große Rolle. Weil es ein Phänomen dramatisiert, das gerade auch an Schulen weit verbreitet ist, stößt es auf eine ungebrochen große Resonanz. Annähernd Tausend Besucher haben es seit der Premiere im Januar gesehen.

An vier Tagen hat das Ensemble das nach einer Buchvorlage von Louis Sachar entwickelte Theaterstück zwei Mal pro Vormittag für Schulklassen ( fünfte bis neunte Klasse) aus dem ganzen Landkreis aufgeführt. Es ist sehr authentisch geworden, wie die Zuschauer fanden. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Spieler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren selbst noch Schüler sind und bei Improvisationen, die in die Szenen einflossen, aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen konnten. Nach den Vorstellungen gab es bei Diskussionsrunden zwischen Publikum und Spielenden jeweils Gelegenheit, das Stück gemeinsam zu besprechen. Dazu setzten sich alle Spieler nach vorne auf den Rand der Bühne.

Am Montag etwa wollten Zuschauer wissen, ob die Kuscheltiere des Protagonisten Alex in dem Stück echt oder eingebildet seien. Sie seien der Spiegel des Jungen, Gedanken und Aktionen, die er phantasiert, wurde geantwortet. Die Spieler wurden auch gefragt, was sie sich denn wünschten, das die Leute aus dem Stück mitnehmen. "Dass ihr auf so etwas achtet und euch bewusst werdet, wie sich jemand fühlt, der gerade gemobbt wird und was vielleicht dahinter stecken könnte" , antwortete einer. "An unserer Schule wurden Zwei gemobbt" , erzählte eine andere. "Ich habe zwar selbst nicht mitgemacht, sondern es ignoriert. Ich war ein 'Möglichmacher'." Das ist eine typische Reaktion auf Mobbing. Man will sich nicht hinter die gemobbte Person stellen, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, selbst gemobbt zu werden.

Die jungen Spieler sind insgesamt aufmerksamer geworden. Sie plädieren im Stück und auch in der anschließenden Diskussion für einen Perspektivwechsel und dafür, Position zu beziehen. "Man muss mit den Mobbern reden und ihnen die Meinung sagen" , finden sie. Das zu können fühlen sie sich durch ihr Stück gestärkt. Und vielleicht können ja die Eindrücke, welche Schüler und Lehrer aus der Vorstellung mitnehmen, ein Stück weit präventiv in den Schulalltag hineinwirken und dort den ein oder anderen Impuls geben. Das wünscht sich auch die Theaterpädagogin und Leiterin des Jungen Theater Nellie Nashorn, Birgit Vaith.

Solche Tage wie der Montag sind harte Arbeitstage für die Ensemblemitglieder. Um neun Uhr die erste Vorstellung, um 11.30 Uhr dann die zweite Runde, bei der sich alle genauso anstrengen wie bei der ersten — "wir gehen da mit voller Power rein" — und danach geht es für die meisten noch in den Nachmittagsunterricht.

Wochenblatt vom 20. April 2010

Zum Nachdenken anregen

Das Junge Theater Nellie Nashorn führt ein „Präventions-Theaterstück“ auf


Lörrach. Auf große Resonanz stößt das aktuelle Theaterstück des Jungen Theater Nellie Nashorn (JTNN) „Da ist ein Junge im Mädchenklo“. Im Mittelpunkt der Inszenierung, bei der zwölf Schauspieler zwischen 14 und 16 Jahren mitwirken, steht das im Schulalltag wichtige Thema Mobbing. Dieses „Präventions- Theaterstück“, wie es die Regisseurin Birgit Vaith nennt, soll zum Nachdenken anregen und als Impuls für die Auseinandersetzung mit den Themen Ausgrenzung und Anderssein dienen.

Seit der Premiere im Januar haben bereits rund 1.000 Schüler die Aufführung besucht, das Haus ist jedes Mal ausverkauft. Das zeugt vom großen Interesse an diesen Themen und dem bestehenden Bedarf, darüber zu sprechen. Auch die jungen Schauspieler, die selbst Schüler auf dem Hebel-, Hans-Thoma- Gymnasium, der Freien Evangelischen Schule oder der Waldorfschule sind, finden, dass es „Dauerthemen“ seien. Es sei wichtig, sich in die Position eines Gemobbten zu versetzen und zu versuchen, dessen Gefühle nachzuvollziehen.

Außerdem soll das Stück die Schüler dabei stärken, in solchen Situationen nicht wegzusehen, sondern einen Moment inne zu halten, nachzudenken und eine Position zum Geschehen zu beziehen. Als Vorlage für das Theaterstück dient das Buch von Louis Sachar „Bradley, letzte Reihe, letzter Platz“. Einzelne Szenen haben die jugendlichen Schauspieler durch Improvisation entwickelt. Daraus ist eine turbulente Geschichte mit dem Protagonisten Alex Schneider entstanden. Alex ist ein Außenseiter, der in der Schule keine Freunde hat, alle um sich herum hasst und nur mit seinen Stofftieren spricht.

Eine Schulpsychologin hilft ihm jedoch zu erkennen, dass viel Gutes in ihm steckt und er sich ändern kann.

Im Anschluss an jede Aufführung findet eine Diskussionsrunde statt. Dabei können die Zuschauer ihre Meinung zum Stück äußern und Fragen an die Schauspieler und die Regisseurin stellen. Die jüngeren Schüler sind meistens offen und geben gerne ihre Sicht auf das Theaterstück kund. Die älteren Schüler behalten ihre Gedanken eher für sich und diskutieren den Stoff später untereinander und an der Schule.

Iryna R. Silveira

^

 
 
Fotogalerie

Generalprobe am 20.1.2011

 

^

^

^

^

^

^

^

^

^

 

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

^

Fotos: Thomas Quartier

^

Es spielen:
 
Hanna Bretz Oliver Debatin
Jildou Elgersma Paul Gayko
Maryam Kuner Tobias Leibfried
Pia Löwe Maren Potgeter
Hannah Sieper Lisa Strickstrock
Nicolas Troeger Valerie Weiss
Rebecca Wiese  
   
Regie Birgit Vaith
Lichttechnik Florian Porsche
Plakat/Programm Andrea Schaller
Fotos/Video Thomas Quartier
   

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem Scala Kostümverleih, Autohaus Schultheiß - Toyota und dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg

 

^

Impressum

webmaster@junges-theater.eu