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Junges Theater

Pünktchen und Anton

Regie: Birgit Vaith

Pünktchen und Anton

 
 
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Pünktchen und Anton ist die erfrischend ehrliche, zugleich tragisch-schöne Geschichte einer Kinderfreundschaft, die geprägt ist von den Gegensätzen Arm und Reich. Direktorstochter Pünktchen hat Eltern, die nie für sie Zeit haben. Gut, dass Pünktchen Anton hat, das ist ihr bester Freund und gemeinsam gehen sie durch Dick und Dünn. Pünktchen legt bei Antons Lehrer ein gutes Wort für ihn ein und gibt ihm Geld für seine kranke Mutter. Alles wäre gut, wäre da nicht der Freund von Solange, dem französischen Aupairmädchen. »Ein böser Kerl« der irgendein Geheimnis im Schilde führt. Nicht umsonst nennen die Kinder ihn »Robert der Teufel«. Aber Robert hat wohl die Rechnung ohne die Köchin Berta gemacht…

Für Menschen ab 5 Jahren
 

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Presse

 
Die Oberbadische vom 5.12.12

Freundschaft durch Dick und Dünn

Kinderklassiker „Pünktchen und Anton“: Premiere des Jungen Theaters im Alten Wasserwerk war voller Erfolg

Von Eliza Bonomi

Lörrach. Die Motoren starten, die Salatschüssel wird als Helm aufgesetzt, das Teesieb zur Fliegerbrille umfunktioniert " schnell in die Kisten gesprungen, und los geht Pünktchen und Antons fantasievolles Abenteuer.

Das Junge Theater inszenierte, unter der Regie von Birgit Vaith Erich Kästners tragisch-schönen Kinderroman von 1931. Premiere war am Sonntag.

Pünktchen, die eigentlich Luise Pogge heißt, stammt aus reichem Elternhaus. Der Vater, ein Firmendirektor, und die kaufsüchtige Mutter verbringen kaum Zeit mit ihr. Dabei hat die selbsternannte "Wortologin" Pünktchen eine Menge Einfallsreichtum vorzuweisen.

Ganz anders die liebevolle Mutter ihres besten Freundes Anton. Sie und Anton leben aufgrund ihrer schweren Krankheit in ärmlichen Verhältnissen. Anton versucht deshalb, als Schuhputzer Geld zu verdienen.

Kästner griff damit ein Thema auf, das wohl stets brisant bleiben wird: Der immer breiter werdende Graben zwischen arm und reich. Pünktchen findet diesen gesellschaftlichen Missstand "scheußlichgemeinungerecht". Warum muss Antons Mutter 500 Stunden arbeiten, wenn ihre Frau Mama mal eben ein Kleid für 1000 Euro kaufen kann" So kommt es, dass sie, gemeinsam mit dem französischen Au-pair-Mädchen Solange, nachts Rosen verkauft, um ihrem Freund zu helfen.

Und dann wäre da noch Solanges Freund "Robert der Teufel", wie er von den Kindern genannt wird, der sich mehr für seine glitzernden Perlen als für die Französin zu erwärmen scheint...

Dass die Geschichte wunderbar in die heutige Zeit adaptiert werden kann, bewiesen die zehn jungen Schauspieler im Alten Wasserwerk. Da schlurbten die Stadtrowdys "Chris und Boris" in ihren Nike AirMax über die Bühne, nennen sich "Alter" und haben einen eigenen "Begrüßungscheck", der für viel Gelächter sorgt. Oder die Köchin Berta, die vom neuen James Bond-Streifen schwärmt und später selbst einen Dieb mit der Bratpfanne überlistet.

Die Schauspieler Anton Benedix, Hanna Bretz, Birgitta Doppstadt, Paula Grzesiek, Maren Hätty, Silke Quartier, Felix Rothenbacher, Helen Schneider, Hannah Sieper und Leon Ziegler spielen auf charmante und enthusiastische Weise einen Kinderklassiker, der im voll besetzten Zuscherraum mit tosendem Applaus belohnt wurde. Durch die ausgewählte Musikunterlegung und die ausgefallenen Bühnenszenen wirkt das Stück fesselnd und lebhaft.

"Pünktchen und Anton": Sonntag, 9. Dezember, 15 Uhr, Altes Wasserwerk. Tickets:
theaterreservierung@sak-loerrach.de

BZ vom 04.12.2012

Reiche Tochter, armer Sohn

Mit "Pünktchen und Anton" zeigt das Junge Theater ein tragisch-schönes Adventsstück


Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Mit "Pünktchen und Anton" hat das Junge Theater in diesem Jahr einen Klassiker und eine tragisch-schöne Geschichte über eine Kinderfreundschaft als Adventsstück inszeniert. Bei der Premiere am Sonntagnachmittag im Alten Wasserwerk liefen die Spielerinnen und Spieler zu Höchstform auf und wurden mit minutenlangem Applaus belohnt.

Das Ensemble hat die Vorlage von Erich Kästner — der während der Weltwirtschaftskrise im vergangenen Jahrhundert 1931 geschriebene Roman war einer der ersten realistischen Großstadt-Romane für Kinder — in die Jetztzeit transponiert. Das merkt man schon daran, dass Köchin Berta andauernd vom neuen James Bond-Film schwärmt und sich am Ende, so viel darf man wohl verraten, in Manier eines Actionhelden gegen einen Räuber zur Wehr setzt. Eine Bratpfanne spielt dabei eine wichtige Rolle.

Kästner erzählte seinerzeit von zwei seelisch vernachlässigten Kindern, die gemeinsam durch Dick und Dünn gehen und sich, unbemerkt von ihren ahnungslosen Eltern, kopfüber in das abenteuerliche Nachtleben Berlins stürzen. Auch in der Version des Jungen Theaters tun sie das. Anton, das Kind einer armen, alleinerziehenden und zu allem Elend auch noch sehr kranken Mutter verdingt sich als Schuhputzer. Luise, die wohlstandsverwahrloste Tochter aus reichem Fabrikantenhause, die alle Pünktchen nennen, verkauft mit dem Aupair-Mädchen Solange auf der Straße Blumen, um ihren Freund finanziell zu unterstützen.

Natürlich geht es heute in einer Welt, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer krasser auseinandergeht, wie damals um die Frage der Gerechtigkeit. Wieso kann sich Pünktchens Mutter gerade mal so zwischendurch ein 1000 Euro teures Kleid kaufen. Eine Summe, für die Antons Mutter 500 Stunden arbeiten muss? "Scheußlichgemeinungerecht" findet das Pünktchen, die als Wortologin solche Wörter erfindet. Ihrer Ansicht nach trifft das den Sachverhalt genau.

In der neuen Inszenierung erkennt man die Handschrift von Regisseurin Birgit Vaith und ihrem erfahrenen Ensemble deutlich. Nicht nur mit Worten wird nach Herzenslust gespielt, teilweise sogar in deutscher und französischer Sprache, sondern auch ganz handfest — ausgelassen, phantasievoll und lautstark. Da wird der Wischmopp zum Flugzeugpropeller, der Staubsauger zur Musikmaschine und das Publikum zu Fischen im Meer. Auch eine herrliche Traumszene gibt es wieder zu genießen.

Anton Benedix, Hanna Bretz, Brigitta Doppstadt, Paula Grzesiek, Maren Hätty, Silke Quartier, Felix Rothenbacher, Helen Schneider, Hannah Sieper und Leon Ziegler sitzt beim Spielen oft der Schalk im Nacken. Mit Ernst und Witz gehen sie an die Sache heran und bescheren ein adventliches Vergnügen. Nächsten Sonntag wird das Stück nochmal um 15 Uhr aufgeführt.

Karten:
theaterreservierung@sak-loerrach.de
 
 
 
Fotogalerie

 

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Fotos oben: Thomas Quartier / Fotos unten: Benjamin Riebel

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Es spielen:
 
Anton Benedix Hanna Bretz
Helen Bucher Birgitta Doppstadt
Paula Grzesiek Maren Hätty
Silke Quartier Felix Rothenbacher
Hannah Sieper Leon Ziegler
Julien Combelles  
   
Regie Birgit Vaith
   
Lichtregie Florian Porsche
Musikauswahl Julien Combelles
Plakatdesign Paula Grzesiek
Plakat/Flyer Andrea Schaller

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem Scala Kostümverleih, Autohaus Schultheiß - Toyota und dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg

 

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Impressum

webmaster@junges-theater.eu