NELLIE NASHORN

EIGEN PRODUKTIONEN 2012

Junges Theater Nellie Nashorn

Die besseren Wälder
von Martin Baltscheit

Regie: Birgit Vaith

 
 
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Zum Stück

Ferdinand ist ein Wolf, der bei den Schafen aufwächst. Als seine Freundin tot aufgefunden wird, gerät er unter Verdacht. Im Gefängnis findet Ferdinand bei einer Gans, die behauptet, ein Fuchs zu sein, und einem Bär, der eine Biene ist, Freunde.

In der Selbstverständlichkeit, mit der sie sind - wer sie sein wollen - bleiben sie die wahrhaft Vernunftbegabten, die auf die Frage nach Identität individuelle Antworten gefunden haben.

„Es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, sondern darauf, wo du hingehst und mit wem.“

„Die besseren Wälder“ von Martin Baltscheit ist eine Entwicklungsgeschichte über Vorurteile, soziale Rollen und die Suche nach der eigenen und kulturellen Identität.

„Die besseren Wälder“ wurde mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis 2010 ausgezeichnet.

Das Junge Theater erzählt diese Parabel mit vielschichtigen Deutungsmöglichkeiten auf berührende Weise und scheut weder Überzeichnung noch Komik.

Für Menschen ab 13 Jahren
 

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Presse

 
BZ vom 10.07.2012

Ein starkes Stück Jugendtheater

Junges Theater Nellie Nashorn beeindruckt mit "Die besseren Wälder" / Vom verwaisten Wolf, der von Schafen aufgezogen wird

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Ein ganz starkes Stück Jugendtheater bot die letzte Premiere im Rahmen des Sommertheaters des Jungen Theater Nellie Nashorn. Selbst noch Teenager inszenierten die jungen Spielerinnen und Spieler unter Leitung von Birgit Vaith das mit dem Jugendtheaterpreis ausgezeichnete "Die besseren Wälder" von Martin Baltscheit.

Das Stück ist eine Parabel über die Suche nach eigener wie nach kultureller Identität, über die Zuweisung sozialer Rollen, über Fremdsein, Isolation und Ausgrenzung — so anrührend, herzzerreißend und amüsant, wie sich das Heranwachsen oftmals anfühlt. Dass es den Akteuren mit so großer Authentizität gelang, auch wenn sie in die Rollen von Tieren schlüpften, lag vielleicht daran, dass sie diese Erfahrungen gerade selbst machen oder gemacht haben. Das Ensemble bewies großen schauspielerischen Erfindungsreichtum, um das vielschichtige Stück so in Szene zu setzen, dass der Zuschauer es versteht.

Die älteste Gruppe des Jungen Theater Nellie Nashorn zeigte die komplexe gesellschaftliche Entwicklungsgeschichte von Ferdinand, einem Wolf: Weil seine Eltern auf dem Weg in die besseren Wälder von Jägern erschossen werden, wird er von einem kinderlos gebliebenen Schafpaar erzogen und vergisst darüber, wie es ist, ein Wolf zu sein. Die JTNN-Akteure zeigten das in Bildern und scheute dabei weder Überzeichnung noch Komik. Letzteres war sogar sehr wichtig. Die Schwere des Stoffs musste gebrochen werden, um nicht daran kaputt zu gehen.

Intensiv und mit Witz und Humor agierten Julien Combelles als Wolf im Schafspelz und Luca Manfredi als sein Schaffreund Beck. Die beiden erlangten das Mitfühlen der Zuschauer auch über die Musik. Auch im zweiten komischen Paar mit Hang zur Absurdität — einer Gans, die behauptet ein Fuchs zu sein, (Brigittta Doppstadt) und einem Bär, der eine Biene ist (Julia Gerhard) — vereinten sich zwei "Kulturen" , die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch, diese Erkenntnis schälte sich im Laufe des Spiels heraus, waren diese beiden die wahren Vernunftbegabten in der Geschichte. Weil sie nicht wie die anderen festgefahrenen Traditionen hinterherliefen, und obwohl sie sahen, wie die Welt beschaffen ist, lebten, wie sie wollten. Bei ihnen stieß Ferdinand nicht wie in den beiden Welten auf starre Vorstellungen wie "Schafe springen nicht über Zäune" , oder "fürs Wölfische bist du verloren" .

In verschiedenen (Schaf- und Wolfs-)Rollen überzeugten Paula Grzesiek, Sven Klassa, die Französin Lucille Marinelli, die bei der deutsch-französischen Produktion "Die Grenze" dabei war, sowie Anne Windhausen. Sie schlüpften sogar noch in die Rollen von Charlotte Oehler, die wegen Krankheit eine Woche vor der Premiere ausgefallen war, und zwar so, dass der Zuschauer nichts von dem Tausch bemerkte. Am Ende hatte das Ensemble die zentrale Feststellung herausgearbeitet: "Es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, sondern darauf, wo du hingehst und mit wem."
 
 
 
 
Fotogalerie

Generalprobe am 5.7.2012

 

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Fotos: Silke Quartier

 
Es spielen:
 
Julien Combelles Birgitta Doppstadt
Julia Gerhardt Paula Grzesiek
Sven Klassa Luca Manfredi
Lucile Marinelli Charlotte Oehler
Anne Windhausen  
   
Regie Birgit Vaith
Musiktechnik Birgit Vaith
Lichttechnik Florian Porsche
Musikauswahl Julien Combelles
Plakatdesign Paula Grzesiek
Plakat/Flyer Andrea Schaller

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem Scala Kostümverleih, Autohaus Schultheiß - Toyota und dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg

 

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Impressum

webmaster@junges-theater.eu