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Junges Theater

Das Herz eines Boxers

Regie: Birgit Vaith

Das Herz eines Boxers

 
 
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Zum Stück

Der 16-jährige Jojo muss nach einem Mofadiebstahl im Altersheim Arbeitsstunden leisten. Er soll das Zimmer von Leo streichen, der nach einem Schlaganfall abgeschottet von der Außenwelt vor sich hin vegetiert. Doch der Schein trügt, beide haben ein Geheimnis und beide widersprechen dem Klischee von alten und jungen Menschen. So entsteht zwischen Boxstunden und Liebestipps eine verrückte Freundschaft.

Felix Rothenbacher (22) und Andreas Vaith (63) präsentieren diesen aktuellen, aber auch witzigen und überraschenden (Generationen-) Dialog über Freundschaft, Zukunftsträume und Courage auf humorvolle und berührende Weise.

Für Menschen ab 11 Jahren
 

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Presse

 
BZ VOM 01.03.2013

Wie man sich durchs Leben boxt

Junges Theater feiert Premiere mit "Das Herz eines Boxers" / Großartiger Generationen-Dialog

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Minutenlang feierte das Publikum am Mittwochabend im Alten Wasserwerk die Premiere von "Das Herz eines Boxers" . "Wow" , "Wahnsinn" und "Ganz Klasse" , lauteten die ersten Reaktionen. Mit der Inszenierung der gleichnamigen preisgekrönten Vorlage von Lutz Hübner haben sich das Junge Theater und seine Regisseurin Birgit Vaith auf neues Terrain begeben und Großartiges auf die Bühne gezaubert. Felix Rothenbacher (22 Jahre) und Andreas Vaith (63 Jahre) brillierten in dem Generationenstück, das als Monolog eines wütenden jungen Manns beginnt und nach einem verbalen Schlagabtausch in einem freundschaftlichen Dialog über das Leben, das K.-O.-Gehen und das Wiederaufstehen mündet.

"Damit du die Lektion nicht vergisst" , sagt Leo am Ende zu Jojo, als er ihm zum Abschied seine roten Boxhandschuhe schenkt. "Du warst eine gute Lektion" , antwortet dieser, streift sie sich über und deutet ein paar Schläge an. Keine Frage, der junge Mann wird sich fortan durchs Leben boxen — mit den klugen Ratschlägen im Gedächtnis, die der Alte dem Jungen mitgegeben hat. "Kämpfe immer mit der Kraft des Gegners und verwandle sie in deine eigene" , ist einer davon.

Zu Beginn des Stücks, als Felix Rothenbacher als Jojo mit Farbe, Leiter und Abdeckfolie in Leos Leben hereinschneit — er soll wegen eines Mofadiebstahls auf richterliche Anweisung in dem Altenheim Wände anstreichen — , sitzt Andreas Vaith als alter Mann regungslos im Rollstuhl und starrt Löcher in die Luft. Die Wut, welche der Junge im Bauch hat, rotzt er mit flapsigen, schnodderigen, teils sehr ruppigen Bemerkungen heraus. Erst, als herauskommt, dass der Schein trügt — Jojo hat Diebstahl und Strafe auf sich genommen, um einen Kumpel vor dem Knast zu retten und Eindruck vor einem Mädchen zu machen, das er toll findet, und Leo hat den Schlaganfall nur vorgetäuscht, weil er einen Zivi für dessen fiese Bemerkung mit seiner berühmten Linken niedergestreckt hat — bröckelt die großspurige Fassade des jungen Mannes.

Denn Leo, der rote Löwe, wie er früher als berühmter Boxer genannt wurde, imponiert ihm immer mehr. Eine Freundschaft voller gegenseitigen Respekt entwickelt sich zwischen den beiden, und als der Alte resigniert aus dem Leben scheiden will, ist es Jojo, der ihm einen Weg in die Freiheit weist. Felix Rothenbacher und Andreas Vaith kommen in ihren Rollen sehr authentisch und überzeugend rüber. Musik in den Pausen zwischen den "Runden" und das Bühnenbild unterstützt die Bilder des Stücks noch, etwa als die beiden einen Boxring aus der Abdeckfolie bauen oder am Ende von Leo nur eine leere Hülle im Rollstuhl bleibt.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 8., und Samstag, 9. März, jeweils 20 Uhr, Altes Wasserwerk


Die Oberbadische vom 1.3.13

Konflikt der Generationen

„Das Herz eines Boxers“ greift aktuelle Problematik auf

Von Beatrice Ehrlich

Lörrach. Von wegen jung " im aktuellen Stück des Jungen Theaters, das jetzt Premiere feierte, steht der 22-jährige Felix Rothenbacher dem 63-jährigen Andreas Vaith in einem verblüffenden Dialog gegenüber. Der junge Mann, der das Zimmer neu streichen soll, zeigt keinerlei Respekt oder gar Mitgefühl gegenüber dem alten Herrn, der scheinbar bewegungslos im Rollstuhl sitzt.

Er gibt dem Rollstuhl einen Schubs: "Dreh ab, Mann. Dreh ab, hab ich gesagt!" Ganz schön krass, wie da mit dem Alten umgesprungen wird, denkt man. Andreas Vaith sitzt bewegungslos da, lässt allenfalls die Augen rollen als gelegentliches Lebenszeichen. Jojo, so heißt der junge Mann, raucht, balanciert währenddessen im Sitzen auf einem Cafétischchen, auf dem auch noch Thermoskanne und Becher stehen. Er wurde beim Mofaklauen beobachtet " von einer alten Dame, auf ältere Leute ist er nicht gut zu sprechen: "Ohne die hätt" ich ein Mofa und einen freien Tag".

Statt dessen wurde ihm gemeinnützige Arbeit aufgebrummt. Doch als er es allzu bunt treibt mit dem alten Herrn, ihn mit Haut und Haar unter Plastikfolie verschwinden lässt, ihm einen Pinsel wie eine Indianerfeder an den Kopf steckt, und nach nicht enden wollenden blöden Reden, erobert sich der Alte seine Würde zurück. Ohne viel Aufhebens, doch mit durchschlagendem Effekt " mehr soll hier nicht verraten werden.

Spätestens jetzt sind die vorwiegend jugendlichen Zuschauer hellwach. Denn plötzlich stehen sich da zwei mindestens ebenbürtige Gegner auf der Bühne gegenüber. Bald ist es Leo, so heißt der alte Herr, der früher ein gefeierter Boxer war, der dem Jungen Nachhilfe erteilt: im Boxen " aber auch darin, wie man eine Frau auf sich aufmerksam macht.

Jojo, dessen bubenhafte Wankelmütigkeit Felix Rothenbacher mit liebenswertem Charme und anrührenden Gesten interpretiert, hat mit dem "Gemüse", wie er es nennt, bei seiner Herzdame Erfolg und trifft sie zum ersten Date. Leo gelingt unterdessen mit Jojos Hilfe die Flucht nach Frankreich. Das sehenswerte und spannungsreiche Stück unter der Regie von Birgit Vaith spricht eine hochaktuelle Thematik an.

Weitere Aufführungen: Freitag, 8., und" Samstag, 9. März, jeweils um 20 Uhr auf der Bühne des Alten Wasserwerks, Eintritt: 10/5 Euro. Reservierung: theaterreservierung@sak-loerrach.de oder Tel. 01573-9701816, täglich zwischen 15 Uhr und 19 Uhr
 
 
 
Fotogalerie

 

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Fotos: Thomas Quartier

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Es spielen:
 
Felix Rothenbacher Andreas Vaith
   
Regie Birgit Vaith
   
Lichttechnik Florian Porsche
Assistenz Lichtechnik Stefan Ernst
Musikauswahl Julien Combelles
Plakatdesign Lukas Löffler / Paula Grzesiek
Plakat/Flyer uvm. Andrea Schaller

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem Scala Kostümverleih, Autohaus Schultheiß - Toyota und dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg

 

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Impressum

webmaster@junges-theater.eu