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Junges Theater

Die Superhelden
(Ursula Rani Sarma)

Regie: Birgit Vaith

 
 
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Zum Stück

David überredet Michael, mit ihm über Nacht im Wald zu campen: Abhauen, Comics lesen, den Eltern mal zeigen, dass sie ihnen keine Vorschriften machen können. David hasst seine Mutter, aber Michael würde viel lieber nach Hause gehen. Er mag seine Eltern, er will nicht, dass sie sich Sorgen machen. Währenddessen geht es bei ihren Freunden um die alltäglichen Teenagerprobleme: Beziehungen, Sex, Partys, Klamotten, Aufmerksamkeit.

Das Verschwinden von David und Michael und die bittere Erkenntnis, dass einer der beiden nicht mehr zurückkehren wird, zwingt die Jugendlichen, innezuhalten und ihre Werte zu überdenken, ihre eigene Persönlichkeit und Wahrheit zu finden – jenseits der Konventionen von Klischee und Gruppenzwang.
 

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Presse

 
BZ VOM 14.06.2013

Teenager auf Selbstfindung

Das Stück "Die Superhelden" vom Jungen Theater feiert Premiere im Alten Wasserwerk

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. Die Suche nach der eigenen Identität treibt Heranwachsende um — das war früher so und hat sich bis heute nicht geändert. Das Theaterstück "Die Superhelden" von Ursula Rani Sarma, welches die drittälteste Gruppe des Jungen Theaters unter Leitung von Birgit Vaith inszeniert hat, widmet sich diesem Thema. Es erzählt von einer Gruppe Teenagern, deren Leben sich um Klamotten, Labels, Sex, Videospiele, Partys, Tattoos und die Clique dreht. Am Mittwochabend hatte das Stück Premiere im Alten Wasserwerk.

Cool ist, wer schon sexuelle Erfahrungen hat, und das wird in der Clique mittels Tragen von Armbändern zur Schau gestellt. Die werden von einem Mädchen dann auch schon ohne entsprechende Erfahrungen getragen, weil sie sich nicht bloßstellen will. Außerdem setzt sie sich für Außenseiter Stoner ein. Der schreibt während des Stücks die aus großen Holzbrettern bestehenden Kulissen mit Worten und kurzen Sätzen voll. "Freiheit" , "anders denken" oder "sich befreien" kann man da lesen.

Es geht darum, nur nicht die Maske zu verlieren

Ein Mädchen will mit seiner Freundin Schluss machen. Es hat Angst davor, ihre lesbische Beziehung könnte auffliegen. Und David (Eike Wolf), dessen Kampf um Anerkennung sich in Großspurigkeit und Brutalität ausdrückt, überredet eines Tages seinen Freund Michael (Lisa Schalle), mit ihm eine Nacht im Wald zu campen, um seinen Eltern eins auszuwischen. Auch hier im Wald geht es darum, nur nicht die Maske zu verlieren.

David, der Comicliebhaber, wählt denn auch für diese Freundschaft das Bild von Spiderman — die Rolle hat er sich zugedacht — und dem grünen Kobold. Wenn die beiden ihre Masken auf haben, sind sie sich spinnefeind, so der Plot. So stößt David den Freund absichtlich weg. Dass er ihn eigentlich gar nicht loslassen will, stellt er erst fest, als er alleine zurückbliebt. In dem Stück kommt er nicht wieder nach Hause zurück.

Die zurück gebliebenen Jugendlichen — gespielt von Maria Bretz, Isabell Brunner, Annika Frentzel, Theresa Karg, Lilli Langner, Patrick Pasch, Leon Potgeter, Sidney Reiss, Lydia Schönbett und Leon Ziegler — beginnen nun, ihre Beziehungen zu klären.

Der Härte des Geschehens nimmt das Ensemble mit humorvollen Einsprengseln den Stachel. Erneut gibt es modernes Jugendtheater zum Besten und wird entsprechend mit Beifall belohnt.

Weitere Vorstellung: Heute, Freitag, 14. Juni, 19 Uhr, Altes Wasserwerk am Berliner Platz


Die Oberbadische vom 14.6.13

Wann ist ein Held ein Held?

Junges Theater thematisiert in „Superhelden“ Gruppenzwang und wahren Mut /Heute letzte Vorstellung

Von Markus Greiß

Lörrach. Ein halbes Jahr lang hat Regisseurin Birgit Vaith mit ihrem Jungen Theater geprobt, um „Die Superhelden“ von Ursula Rani Sarma auf die Bühne zu bringen. Am Mittwochabend gaben die zwölf Schauspieler im Alter von 14 bis 17 Jahren im Alten Wasserwerk ihre Premiere – und begeisterten das zumeist jugendliche Publikum.

Die ganze Palette der Teenager-Nöte

Kein Wunder, denn das Junge Theater inszenierte absolut nachfühlbar die ganze Palette an Teenager-Nöten: Krach mit Eltern, mangelnde Anerkennung, Konsumterror, Versuchung durch Drogen und ein alles beherrschender Gruppenzwang. Dieser beginnt bei Äußerlichem und gipfelt im Intimsten: der Sexualität.

Am Abschlussball sollen die Mädchen durch farbige Armbänder signalisieren, wer „schon mal geknutscht“ hat, wer sich „schon betatschen“ ließ und wer schon „das volle Programm“ hatte. Alles Kindliche wird verhöhnt. Doch nicht alle machen mit.

Drei fallen aus dem Raster: Stona, der Gitarre spielende Außenseiter, der auch ohne Joint meist „stoned“ wirkt. David, der sich aus seiner lieblosen Familie in die Welt der Comics und Computerspiele flüchtet und dort zum Superhelden mutiert. Und Michael, der – ganz uncool – seine Eltern mag und nichts dabei findet, wenn man ihn noch als Kind sieht: „Ich fühle doch oft noch so.“

Trotzdem lässt er sich von seinem besten Freund David überreden, auszureißen und die Nacht im Wald zu verbringen. Michael, der Mitfühlende, sitzt zwischen allen Stühlen. Er will seinen Eltern keine Sorgen bereiten und gleichzeitig seinen Freund nicht allein im Wald zurücklassen. Als er David drängt, den Heimweg anzutreten, bricht dieser mit ihm. „Verpiss dich. Ich hab immer gewusst, was für ein Schisser du bist. Du Baby!“ Am nächsten Tag wird es für Michaels und Davids Umfeld zur Gewissheit, dass einer der beiden nicht zurückkehren wird.

Diese Erkenntnis zwingt die Jugendlichen, jenseits vom Gruppenzwang ihre eigene Persönlichkeit und Wahrheit zu finden. Und das verlangt ihnen wahren Heldenmut ab. Wer sich von diesem Mut eine Scheibe abschneiden und die gelungene Inszenierung anschauen möchte, hat noch eine Chance: „Die Superhelden“ werden am heutigen Freitag um 19 Uhr zum letzten Mal im Alten Wasserwerk gespielt.
 
 
Fotogalerie

 

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Fotos: Andrea Schaller

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Es spielen:
 
Maria Bretz Isabell Brunner
Annika Frentzel Theresa Karg
Lilli Langner Patrick Pasch
Leon Potgeter Sidney Reiss
 Lisa Schaller Lydia Schönbett
Eike Wolf  Leon Ziegler
Regie Birgit Vaith
   
Lichttechnik Florian Porsche
Schlagzeug Patrick Pasch
Gitarre Leon Ziegler
Assistenz Lichtechnik Stefan Ernst
Musikauswahl Julien Combelles
Plakatdesign Lukas Löffler
Bühnenaufbau Stefan Ernst
Flyer, Kasse uvm. Andrea Schaller
Die Aufführungsrechte liegen beim Verlag Felix Bloch GmbH+CoKG Berlin
 

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem Scala Kostümverleih, Autohaus Schultheiß - Toyota und dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg

 

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Impressum

webmaster@junges-theater.eu