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Junges Theater

Krieg der Knöpfe


Regie: Birgit Vaith

 
 
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Zum Stück

Wer in Longeverne aufwächst, lernt eines als erstes: das Nachbardorf Velran gründlich zu hassen! Das ist schon seit Generationen so, auch wenn keiner mehr so recht weiß warum. Sobald die Schule aus ist, ziehen die tapferen Krieger von Longeverne mit ihrem Anführer Lebrac in den Kampf gegen die Velraner. Wer sich vom Gegner erwischen lässt, dem geht es an den Kragen, besser gesagt an die Knöpfe. Der größte Ärger blüht den Besiegten, wenn sie ins Reich der Erwachsenen zurück kommen, denn die Erwachsenen verstehen keinen Spaß und gehen nicht gerade zimperlich mit ihrem Nachwuchs um. Nackt zu kämpfen ist auch nicht die ideale Lösung, wie die Longeverner bald feststellen. Als ihr ,General' Lebrac den Velrans in die Finger gerät und von seinem Vater dafür hart bestraft wird, entscheiden die Longeverner, dass es so nicht weitergeht. Ein Schatz muss her, damit die Velrans ihnen nichts mehr anhaben.

Das Junge Theater bringt diesen hintergründigen Klassiker mit Augenzwinkern und Enthusiasmus auf die Bühne… … und „der Zuschauer oder die Zuschauerin möge uns gestatten, an dieser Stelle einen wohlgemeinten Rat einzuschalten. Die Bemühung um die historische Echtheit zwingt uns dazu, eine Sprache zu gebrauchen, die keineswegs bei Hofe oder in den Salons üblich ist. Aber wir schämen uns nicht dafür und haben auch keine Bedenken sie anzuwenden. Wir raten den Zuschauern mit empfindlichen Ohren und zarten Seelen, die Ohren zu schließen.“ (Louis Pergaud)

Für Menschen ab 12 Jahren

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Presse

 
Die Oberbadische vom 28.6.13

Wild und frei

„Junges Theater“ spielt das neue Stück „Der Krieg der Knöpfe“

Von Ursula König

Lörrach. Heiter, lebendig und frisch präsentiert sich die neue Inszenierung des "Jungen Theaters". Unter der Regie von Birgit Vaith wurde mit "Der Krieg der Knöpfe" ein Klassiker einstudiert, der Einiges zu bieten hat, wie die Premiere am Mittwoch im SAK zeigte.

Der Autor des 1912 erschienen Romans, Louis Pergaud, greift auf seine Kindheitserlebnisse in seinem südfranzösischen Heimatdorf zurück. Mit viel Freude befreit er sich dabei von allen Zwängen des Erwachsenseins und greift tief in die Kiste aller nur erdenklichen Schimpfwörter. Ein Stück wildes und leidenschaftliches Leben beschwört er herauf, frei von heuchlerischen Zwängen. Diese Umsetzung ist der ältesten Gruppe des Theaters mit viel Spielfreude gelungen. Gibt die Regisseurin zu Beginn den zartbesaiteteren Naturen noch den Tipp, sich bei den deftigeren Stellen die Ohren zuzuhalten, so folgt offensichtlich niemand diesem Ratschlag. Zu ungern lässt man sich den fantasievoll gewürzten Schlagabtausch entgehen.

Es herrscht Krieg zwischen den beiden Dörfern Longeverne und Velran. Keiner weiß mehr so recht warum, doch er wird von Generation zu Generation weiter getragen. Zwei Jugendbanden fechten ihn recht fantasievoll aus und greifen zu allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Und dazu gehören die Knöpfe des Gegners als Siegestrophäen. Es wird viel gelacht während der Aufführung. Doch es nicht nur ein heiteres Stück. Es zeigt hintergründig auch den massiven Sog von Gruppendynamik, den Verlauf einer Gewaltspirale und es zeichnet die feine Beobachtungsgabe auf, die Kinder Erwachsenen gegenüber entwickeln. Nicht zuletzt gelingt hier auch der Blick auf den Übergang zwischen einer unbeschwerten Kindheit und dem Beginn des Erwachsenenlebens, das nicht sehr verlockend dargestellt wird. Satt und bildhaft, deutlich und treffend wollte Pergaud seine Kraftausdrücke und derben Gesten verstanden wissen. Diese nicht ganz leichte Aufgabe haben die jungen Darsteller mit viel Charme und Witz umgesetzt.

Auch in dieser Inszenierung hat Birgit Vaith auf ein üppiges Bühnenbild verzichtet. Dadurch lenkt wenig ab von der starken Ausdruckskraft des Ensembles, dem das Stück altersmäßig sehr entgegen kommt. Und so wie sich der Autor in seinem Roman mit Vergnügen ausgetobt hat, agieren die Schauspieler auf der Bühne unbeschwert und verkörpern mit großer Intensität Rollen, die ihnen gleichzeitig fremd und vertraut erscheinen dürften. Mit viel Enthusiasmus umgesetzt, wird die Premiere mit ebenso viel Begeisterung angenommen.

Darsteller: Julien Combelles, Anton Benedix, Birgitta Doppstadt, Julia Gerhardt, Paula Grzsiek, Sven Klassa, Luca Manfredi, Charlotte Oehler, Hannah Sieper, Anne Windhausen.

Weitere Aufführungen: Do. 4. Juli, Fr. 5. Juli, Mo. 8. Juli und Die. 9.Juli, jeweils 19 Uhr


 
BZ VOM 28.06.2013

Kein Kraftausdruck wird ausgelassen

Die älteste Gruppe des Jungen Theaters tobt sich in "Der Krieg der Knöpfe" komödiantisch aus / Abschiedsvorstellung für Vier

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Ruda

LÖRRACH. "Der Krieg der Knöpfe" , das Stück, welches die älteste Gruppe des Jungen Theaters zuletzt ausgewählt und unter Regie von Birgit Vaith dramatisiert und inszeniert hat, ist dafür gemacht, Spaß zu haben und befreiend aus vollem Herzen zu lachen - und zwar für die Spieler genauso wie für das Publikum. Das versüßt ein wenig den Abschied, denn vier verlassen mit dem Abizeugnis in der Tasche nach vielen Jahren die Gruppe.

Es ist schon so, wie das Junge Theater auf dem Faltblatt zum Stück warnend schreibt: Die Sprache, die das Ensemble ganz im Sinne des Autors Louis Pergaud benutzt, dessen gleichnamiger Romanklassiker 1912 erschien, ist keineswegs am Hofe oder im Salon üblich. Mehr noch, sie schreckt vor keinem, aber wirklich vor keinem derben Kraftausdruck zurück, und wie man miteinander umgeht, ist überhaupt nicht zimperlich. Unversehens findet sich der Zuschauer in einem Kleinkrieg zweier Jugendbanden wieder — die eine aus Longeverne, die andere aus dem verfeindeten Nachbardorf Velran. Warum die Kinder sich bekämpfen, erfährt man nicht, nur, dass sie es den Erwachsenen nachtun, die sich bereits seit Generationen gründlich hassen.

Dieser Plot bietet den Spielerinnen und Spieler — allesamt erfahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten — eine prächtige Spielwiese, um sich komödiantisch auszutoben. Wild und leidenschaftlich gebärden sie sich im Alten Wasserwerk, überbieten sich nicht bloß in mit eindeutigen Gesten und ebensolcher Mimik begleiteten Schimpfwörterschlachten, sondern auch darin, die jeweils anderen mit fiesen Methoden auszutricksen. Wird ein Gegner erwischt, geht es ihm an die Knöpfe, denn die sind die Siegestrophäe und werden ratz fatz abgeschnitten. Kehrt so ein Verlierer aus dem Abenteuerland wieder nach Hause zurück, gibt’s zudem von den Eltern eine Tracht Prügel.

Selbstverständlich lebt die Inszenierung von der Leidenschaft und Freiheit der "Helden" , aber ebenso von den Schauspielkünsten der Spieler: Julien Combelles, Anton Benedix, Paula Grzesiek und Charlotte Oehler glänzen in ihrer Abschiedsvorstellung und zeigen nochmal die ganze Palette dessen, was sie bem Jungen Theater gelernt haben. Nicht nach stehen ihnen diejenigen, die noch bleiben: Brigitta Doppstadt, Julia Gerhardt, Sven Klassa, Luca Manfredi, Hannah Sieper und Anne Windhausen. Wie sie etwa in einer Reihe pinkeln und dabei über Weicheier philosophieren, oder wie sie nackt in den Kampf ziehen, damit ihnen keine Knöpfe, Hosenträger oder Gürtel geklaut werden können — die kleinen aufgenähten, bei jeder Bewegung herumwippenden Pimmelchen sorgten für Lachanfälle beim Publikum — die theatralische Umsetzung des Romans ist so originell wie humorvoll. Für kurze Zeit wird man auch als Zuschauer wieder zum Kind.
 
 
 
Fotogalerie

 

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Fotos: Dr. Martin Schulte-Kellinghaus

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Es spielen:
 
Julien Combelles Anton Benedix
Birgitta Doppstadt  Julia Gerhardt
Paula Grzsiek Sven Klassa
Luca Manfredi Charlotte Oehler
Hannah Sieper Anne Windhausen
   
Regie Birgit Vaith
   
Lichttechnik Florian Porsche
Assistenz Lichtechnik Stefan Ernst
Musikauswahl Julien Combelles
Plakatdesign Paula Grzesiek
Plakat/Flyer uvm. Andrea Schaller

Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst über den Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. Herzlichen Dank an Scala Kostümverleih für die großzügige Unterstützung

 

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Impressum

webmaster@junges-theater.eu